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Sportsoziologe Robert Gugutzer beim „Anstoß“ im Eintracht Frankfurt Museum

Professor Dr. Robert GugutzerProfessor Dr. Robert Gugutzer

Die Chancen, die der Körper dem Menschen bietet, und deren Grenzüberschreitungen, wie sie sich etwa im Doping, aber auch im Körperkult und Schönheitswahn niederschlagen, stehen im Zentrum des Nachdenkens beim letzten „Anstoß“ 2011. Als Gesprächspartner begrüßen Stadionpfarrer Eugen Eckert und Museumsleiter Matthias Thoma dazu am 30. November um 20 Uhr in der Commerzbank-Arena Professor Dr. Robert Gugutzer, Inhaber des Lehrstuhls für „Sozialwissenschaften des Sports“ an der Frankfurter Goethe-Universität. Mit ihrer Vortrags- und Gesprächsreihe „Anstoß“ laden die „Kirche in der Arena“, der Stadionbetreiber SFM und das Eintracht Museum bereits im dritten Jahr zu Denkanstößen in das Frankfurter Stadion ein.

Vor wenigen Tagen schreckte eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gewis unter 1040 Frauen im Alter von 25 bis 45 Jahren auf. Danach gaben 65 Prozent der befragten Frauen an, auf 10 Punkte ihres Intelligenzquotienten verzichten zu wollen, wenn sie dafür schöner wären. In einem Essay für die Zeitschrift „Das Parlament“ beschreibt Robert Gugutzer bereits 2007 die Auswirkungen der „Heiligsprechung des Körpers“ und einer damit verbundenen Diesseitsreligion unter Frauen und Männern jeden Alters: „Die Menschen in den postmodernen Gesellschaften pflegen einen Körperkult und sind dem Schönheitswahn verfallen. Sie rennen in Fitness- und Schönheitsstudios, trainieren wie verrückt auf Straßen, Feldwegen und Wiesen, piercen, branden und tätowieren sich an allen denk- und auch undenkbaren Körperstellen, legen sich auf Sonnenbänke und unters Messer von Schönheitschirurgen, halten Diät und schlucken Schlankheitspillen, machen Urlaub in Wellness-Farmen oder Beauty-Camps und geben Unsummen für Kosmetika, Körperpflegemittel, Mode und einen sportlichen Lifestyle aus…“. Für Gugutzer leiten sich aus dieser Diagnose der Gegenwart weniger moralische Abwertungen ab als eine Fülle von Fragen. Gibt es überhaupt natürliche Schönheit oder ist die Verschönerung des Körpers ein kultur- und zeitübergreifendes Phänomen? Wer hat die Definitionsmacht darüber, was schön und was nicht schön ist? Wo liegen die Chancen der Eingriffe in den menschlichen Körper? Und wo brauchen wir Grenzen?        

Jeder „Anstoß“ umfasst drei direkt aufeinander folgende Angebote, die auch einzeln wahrgenommen werden können. Von 18.30 – 19.30 Uhr wird eine Stadionführung angeboten. Treffpunkt ist der Museumseingang. Um 19.30 Uhr lädt Stadionpfarrer Eugen Eckert zu einer Andacht in die Stadionkapelle unter der Haupttribüne ein. Die Andacht kreist bereits um das Thema des Abends. Um 20 Uhr beginnt im Museum der Vortrag. Der Eintritt ins Museum kostet 5 Euro (ermäßigt 3,50 Euro). Für die Führung und die Andacht ist der Eintritt frei.

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