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Wie kann so etwas halten? Viele fragen sich das gar nicht, weil die Dachkonstruktion so schwebend leicht den Kessel zu bedecken scheint. Nur ganz außen gibt es Pfeiler oder Säulen, auf die das Dach sich stützen kann. Doch die Wahrheit wiegt schwer: Stahl und Seile bringen zusammen 2.500 Tonnen auf die Waage – dagegen fallen die 30 Tonnen des Videowürfels kaum ins Gewicht.

Das Dach der Commerzbank-ArenaDie insgesamt 37.500 m² Dachfläche, davon 9.000 m² als „Cabrio-Dach“, bilden das größte Stahl-Seil-Membran-Innendach der Welt. Die Konstruktion lässt sich am besten mit Felge und Speichen eines Fahrrads vergleichen. Die Felge ist ein äußerer Ring aus Stahl, der entlang der Stadionaußenwand verläuft und seine Last auf die äußeren Stützpfeiler des Oberrangs abgibt. Die Speichen bestehen aus Stahlseilen, die von außen nach innen gezogen sind und sich über dem Anstoßpunkt treffen. Das Zuschauerdach folgt innen dem Rechteck des Spielfelds - sonst gäbe es mangels Sonnenlicht an den Eckfahnen bald keinen Rasen mehr. Dafür haben die Konstrukteure in den vier Ecken noch zusätzliche Seile gespannt. Hier ist der Druck höher.

Während das Dach über den Tribünen immer geschlossen ist, wird das Dach über dem Spielfeld nur bei Bedarf zu gemacht. Die „Abdeckplane“ befindet sich bei trockenem Wetter im Innern des Videowürfels. In etwa einer Viertelstunde kann sie sich entfalten, indem die 32 Segmente an den Seilen entlang nach außen gezogen werden.

Die innovative Dachkonstruktion ist für Spezialisten ein technischer Leckerbissen und wird noch manchen nach Frankfurt locken. Genießen Sie einfach die einmalige Atmosphäre, die Akustik und die jederzeit trockenen Füße, die Ihnen dieses Wunderwerk ermöglicht.

Daten zum Dach:

  • Stahlseilkonstruktion auf 44 Hauptstützen
  • äußerer Druckring
  • innere Zugringe
  • Außendachfläche 25.000 m²
  • transparente Dachfläche 3.500 m²
  • Innendachfläche 9.000 m²
  • Länge der Seile insgesamt 16 km, Durchmesser bis zu 12,5 cm
  • Trapezfläche am äußeren Druckring 9 m x 700 m umlaufend
  • Kosten Dachkonstruktion ohne Videowürfel ca. 20 Millionen Euro
  • Der Umbau

    Der erste Spatenstich fand am 17. Juni 2002 statt, also nach Saisonende. Doch schon ab August hatte die Baustelle ständig tausende Zuschauer. Denn während die Arena von Grund auf neu errichtet wurde, musste der Spielbetrieb kontinuierlich gewährleistet sein.

    Während der UmbauarbeitenUm dies zu erreichen, ging man phasenweise vor. Zunächst wurden die Seitentribünen hinter den Toren gesprengt und neu errichtet. Dies geschah parallel in Ost und West. Dann folgte ab Anfang 2003 die Gegentribüne. Die ersten Zuschauer begrüßte die Arena schon im Februar. Die Seitentribünen wurden für die Benutzung geöffnet, obwohl sie noch nicht vollständig ausgebaut waren. Schließlich konnten die Funktionsbereiche aus der Haupttribüne in die neue Gegentribüne evakuiert werden, und der letzte Teil des alten Waldstadions wurde abgerissen und neu hochgezogen.

    Am längsten jedoch arbeitete man am Dach, alles in allem 1 ½ Jahre lang. Nach monatelanger Vorbereitung fand der „Big Lift“, das Hochfahren des Seiltragwerks des Stadiondachs, im Juli 2004 statt.

    Alles lief nach Plan und alles lief nach Vorschrift. Denn vom Pflichtenheft der FIFA über die hessische Bauordnung und diverse Sicherheitsrichtlinien bis zur Musterverordnung Versammlungsstätten mussten die Bauingenieure hunderte nationale und internationale Vorgaben exakt einhalten. Am Ende fühlte sich aber auch die Bauaufsicht sehr wohl in der neuen „Versammlungsstätte“…

  • Das Arena-Gebäude

    Wer die Arena betritt, nimmt zunächst nur die „Benutzeroberfläche“ wahr – das Spielfeld und die langen Sitzreihen von Unterrang und Oberrang. Doch was befindet sich darunter? Ein spannend konstruiertes Bauwerk mit einer Grundfläche von 26.900 m² (groß genug für eine ganze Reihenhaussiedlung) und sieben Stockwerken, mit einem exklusiven, weitläufigen Veranstaltungsbereich, mit Logen, Präsentationssälen und Gastronomieräumen. Ferner liegen unter den Rängen Büroflure, Küchen, Feuerwehr- und Verkehrsleitstand, die Stadionwache mit vier Gewahrsamszellen für Randalierer und Taschendiebe und viele andere Funktionsbereiche. Nicht zuletzt auch eines der größten Parkhäuser Frankfurts.

    Der Bau gliedert sich im Wesentlichen in Oberrang, Unterrang und ein dazwischen liegendes „Band“ aus zwei Stockwerken. Dort befinden sich die Logen und Räume für die Radio- und TV-Reporter.

    Die Spieler müssen vor jedem Spiel ganz unten anfangen: Die vier Umkleidekabinen, jeweils 150 m² groß, liegen im Untergeschoss, genauso wie die Räume für Pressekonferenzen, Live-Studios für das Fernsehen oder das Presse-Café. Darüber türmen sich sechs weitere Level, die die Servicebereiche für das Publikum beherbergen sowie auch die Verwaltungsräume der Stadiongesellschaft.

    Die strenge Rhythmik der Gesamtkonstruktion erkennt man übrigens am besten von außen. Ringsum erheben sich im Abstand von je 16 Metern rund 30 Meter hohe Stützsäulen. Sie geben dem ovalen Bau ein wenig vom wuchtigen Aussehen eines Colosseums – bei wem beginnt die Aufregung nicht zu prickeln, wenn man sich auf diese prächtige Arena zu bewegt?

  • Das Dach

    Wie kann so etwas halten? Viele fragen sich das gar nicht, weil die Dachkonstruktion so schwebend leicht den Kessel zu bedecken scheint. Nur ganz außen gibt es Pfeiler oder Säulen, auf die das Dach sich stützen kann. Doch die Wahrheit wiegt schwer: Stahl und Seile bringen zusammen 2.500 Tonnen auf die Waage – dagegen fallen die 30 Tonnen des Videowürfels kaum ins Gewicht.

    Das Dach der Commerzbank-ArenaDie insgesamt 37.500 m² Dachfläche, davon 9.000 m² als „Cabrio-Dach“, bilden das größte Stahl-Seil-Membran-Innendach der Welt. Die Konstruktion lässt sich am besten mit Felge und Speichen eines Fahrrads vergleichen. Die Felge ist ein äußerer Ring aus Stahl, der entlang der Stadionaußenwand verläuft und seine Last auf die äußeren Stützpfeiler des Oberrangs abgibt. Die Speichen bestehen aus Stahlseilen, die von außen nach innen gezogen sind und sich über dem Anstoßpunkt treffen. Das Zuschauerdach folgt innen dem Rechteck des Spielfelds - sonst gäbe es mangels Sonnenlicht an den Eckfahnen bald keinen Rasen mehr. Dafür haben die Konstrukteure in den vier Ecken noch zusätzliche Seile gespannt. Hier ist der Druck höher.

    Während das Dach über den Tribünen immer geschlossen ist, wird das Dach über dem Spielfeld nur bei Bedarf zu gemacht. Die „Abdeckplane“ befindet sich bei trockenem Wetter im Innern des Videowürfels. In etwa einer Viertelstunde kann sie sich entfalten, indem die 32 Segmente an den Seilen entlang nach außen gezogen werden.

    Die innovative Dachkonstruktion ist für Spezialisten ein technischer Leckerbissen und wird noch manchen nach Frankfurt locken. Genießen Sie einfach die einmalige Atmosphäre, die Akustik und die jederzeit trockenen Füße, die Ihnen dieses Wunderwerk ermöglicht.

    Daten zum Dach:

    • Stahlseilkonstruktion auf 44 Hauptstützen
    • äußerer Druckring
    • innere Zugringe
    • Außendachfläche 25.000 m²
    • transparente Dachfläche 3.500 m²
    • Innendachfläche 9.000 m²
    • Länge der Seile insgesamt 16 km, Durchmesser bis zu 12,5 cm
    • Trapezfläche am äußeren Druckring 9 m x 700 m umlaufend
    • Kosten Dachkonstruktion ohne Videowürfel ca. 20 Millionen Euro
  • Technik und Ausstattung

    Die Arena ist Punkt für Punkt so ausgestattet, dass sie für alle Beteiligten optimal funktioniert. Es beginnt schon draußen an den Toren. Die Einlasskontrollen verarbeiten die RFID-Chips auf den Tickets. Ruckzuck sind Sie durch. Und das Computersystem merkt sich jedes Ticket, so dass „Doppelbelegungen“ unmöglich sind.

    Die Stehplätze stehen im Zeichen des Wandels. Sie können sich problemlos in normale Sitztribünen verwandeln. Das müssen sie manchmal auch, denn bei internationalen Begegnungen darf es nur Sitzplätze geben.

    Der Videowürfel bei geöffnetem DachSicherheit und Komfort – das sind die beiden wichtigsten Gesichtspunkte für viele Details. Feuerwehrleute, Sanitäter, Sicherheitsbeamte haben jeweils ihre speziellen funktional ausgestatteten Räumlichkeiten. Sollte ihr Einsatz doch einmal nötig sein, sind sie schnell zur Stelle und können problemlos helfen. Für die Spieler stehen jeweils eigene Entspannungsbecken bereit und Massageräume mit Tageslicht. Für die Journalisten ist eine große Pressetribüne vorgesehen – mit Internetzugang an jedem Arbeitstisch. Der Raum für Pressekonferenzen ist ein Saal mit Platz für 250 Journalisten, die so genannte Mixed Zone vor den Kabinen ist überdurchschnittlich bemessen und natürlich gibt es auch technisch entsprechend aufwändig eingerichtete TV-Studios.

    Hightech gibt es auch für die Zuschauer: Der Videowürfel über dem Mittelkreis ist eine technische Meisterleistung. Insgesamt 192 Module bilden die je fast 31 Quadratmeter großen Anzeigetafeln (Modell Philips Delta 25-5000). Auf jeder Seite befinden sich 147.456 rote, gelbe und blaue LED-Lämpchen, die von allen Plätzen eine brillante Sicht garantieren.

    Übrigens ist die Arena auch ökologisch auf dem neuesten Stand. Das Regenwasser wird in einer großen Zisterne gesammelt und speist so gut wie den gesamten Wasserbedarf von Waschräumen und Toiletten. Und die Flutlichtanlage leuchtet zwar das Spielfeld heller und gleichmäßiger aus als früher, verbraucht dank neuester Scheinwerfertechnik aber weniger Kilowatt.